Galerie AnsichtsSache

Der Schmerz

leben


Dierk Osterloh

19. August – 30. September 2012

Konstantin-Basilika Trier

 

 

 

„Wahnsinn! – das ist Schmerz! Man kann ihn regelrecht spüren“, so oder ähnlicher Art waren die Reaktionen der Besucher, die am Sonntag, den 19.08.12 in der Konstantin-Basilika Trier die Eröffnung der Ausstellung „l e b e n“ des in Köln lebenden Künstlers Dierk Osterloh miterlebten. 1856 auf ewige Zeit der evangelischen Kirchengemeinde übergeben und seit 1986 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes römischer Baudenkmäler, überzeugt die ehemalige Palastaula des römischen Kaisers Konstantin noch immer durch ihre Größe, die des Raums wie auch in der Auseinandersetzung mit Themen, die bewegen.
Thema der aktuellen Ausstellung ist das Kreuz, eines der ältesten Symbole überhaupt und seit jeher Sinnbild für die kulturelle Auseinandersetzung mit Sein. Beeindruckt vom graphischen Element, den geometrischen Einzelkomponenten – einer vertikalen und einer horizontalen Linie, die in ihrer Verbindung ein Kreuz und in ihrer Gesamtheit einen Kreis ergeben – nähert sich der Künstler Dierk Osterloh den Linien, bricht Geraden auf, lässt anscheinend Flächen entstehen.
Analytisch betrachtet, rein auf Form und Farbe fixiert, ergeben diese Bilder ein „Kreuz“. Es könnte sich aber auch um Spuren, Relikte oder Elemente handeln, die von anderen Geschehnissen und anderen Welten berichten. Welten, die der Betrachter in seiner eigenen Phantasie finden darf. Nicht zuletzt ist es das Tiefe, nicht selten das Abgründige der menschlichen Seele und ihrer Befindlichkeiten, die in den Werken von Dierk Osterloh subtil wie einfühlsam, niemals laut, wieder gespiegelt werden und den Betrachter in ihren Bann ziehen. Wer den Werken von Dierk Osterloh wirklich begegnet, begegnet immer auch sich selbst.

Das vermeintlich kühle Kalkül klarer geometrischer Formen täuscht – sie sind vielmehr Ausdruck von „Leben“, und hierzu gehören nun einmal auch Liebe und Schmerz.